SHV Berg.Aktiv am Dachstein

Von 23. auf 24. Juli 2026 war unser Team von SHV Berg.Aktiv wieder unterwegs, diesmal am Hohen Dachstein mit 2.995 Metern. Zwei Tage voller Klettersteige, Gletscher, wechselhaftem Bergwetter und einem Gipfelerlebnis, das wohl lange in Erinnerung bleiben wird. Mit dabei waren diesmal Kollegen aus dem Haus Steinfeld, dem Haus Marienheim, dem Haus St. Laurentius und Direktor Thomas Schell, begleitet von den Bergführern Hannes & Klaus. 

Tag eins mit Planänderung

Los ging es am Donnerstag zeitig in Gmünd. Nach der Anreise führte der erste Weg von der Talstation der Dachstein Gletscherbahn zu Fuß hinauf zur Südwandhütte. Eigentlich war für diesen Tag der anspruchsvolle Johann-Klettersteig mit Ziel Seethalerhütte vorgesehen. Aufgrund der instabilen Wetterlage wurde dieser Plan jedoch verworfen – am Dachstein können sich die Bedingungen in dieser Höhenlage innerhalb kürzester Zeit ändern.

Als sportliches Ersatzprogramm ging es daher weiter zum Anna-Klettersteig auf den Mitterstein. Der anspruchsvolle Steig führt über rund 270 Höhenmeter bis auf etwa 2.090 Meter und wird mit der Schwierigkeit C/D eingestuft. Rund zwei Stunden war unsere Gruppe im Fels unterwegs.

Eine nette Geschichte steckt übrigens im Namen. Der Anna-Klettersteig erinnert an Anna Plochl, die große Liebe von Erzherzog Johann. Nach über 200 Jahren ist das Liebespaar, zumindest symbolisch, durch die Klettersteige wieder miteinander verbunden. Gemeinsam mit dem Johann-Klettersteig und dem Dachstein-Schulteranstieg bildet er die sogenannte „Dachstein Super Ferrata“. 

Nach dem Abstieg ging es zurück zur Südwandhütte und weiter hinunter zur Talstation. Anschließend brachte die Gondel unsere Bergfexe hinauf zur Bergstation am Hunerkogel. Von dort wartete bereits der nächste Abschnitt. Rund eine Stunde zu Fuß über Eis und Schnee bis zur Seethalerhütte auf 2.740 Metern, wo das Team schließlich die Nacht verbrachte.

Tag zwei mit Nebel und Eis

Am nächsten Morgen hieß es bereits um 7.00 Uhr: aufbrechen. Über den Gletscher führte die Route bei einer Hangneigung von rund 45 Grad hinauf zum Einstieg des Randkluftsteiges. Die Bedingungen machten den Aufstieg zunächst alles andere als einfach. Nebel sorgte für geringe Sichtweiten, dazu waren die Stahlseile am Klettersteig teilweise vereist. Gerade am Dachstein verlangt die Kombination aus Gletscher und Klettersteig entsprechende alpine Erfahrung und Ausrüstung. Doch das Durchhalten wurde belohnt.

Gegen 9.00 Uhr erreichte unsere Gruppe als erste an diesem Tag den Gipfel des Hohen Dachsteins – und genau in diesem Moment kam die Sonne durch.

Nach Nebel, Eis und anspruchsvollem Aufstieg hätte das Timing kaum besser sein können. Plötzlich öffnete sich der Blick auf die umliegende Bergwelt und aus einem fordernden Aufstieg wurde ein ganz besonderer Gipfelmoment. Der Abstieg führte über das Mecklenburgband und die Schulter zurück in Richtung Gletscher. Mit der Sonne verbesserten sich auch die Bedingungen. Das Eis auf den Stahlseilen löste sich und machte die Kletterei deutlich angenehmer.

Zurück bei der Seethalerhütte ging es schließlich weiter zur Bergstation. Bevor die Gondel wieder talwärts fuhr, blieb noch Zeit für einige Besonderheiten am Dachstein. Die Hängebrücke, der Skywalk und der Eispalast rundeten die zwei intensiven Bergtage ab.